Produktbeschreibung
Das vorliegende Buch ist das Werk eines jungen jüdischen Arbeiters aus der Ukraine, der unter anderen den Beweis liefert, dass dem jüdischen Schrifttum durch eine sozialistische gesellschaftliche Umschichtung dieses in der ganzen Welt verstreuten Volkes neue Möglichkeiten geboten werden. Die Originalsprache, aus der es ins Russische, Ukrainische und jetzt ins Deutsche übersetzt wurde, ist die eigenartig urwüchsige jüdische Sprache. Schreibweise, Aufbau und Form weichen von den Gepflogenheiten der westlichen Literatur völlig ab: scheinbar fehlt die durchgehende Handlung, und es fehlen die "Helden", die dem ungehemmten, überschäumenden Fluss der Schilderung die Grenzen gesetzt hätten.Die Pulsschläge der Handlung dieses Buches sind von der geschichtlichen Perspektive zu erfassen. Es ist ein Roman, dessen Held ein Massenwesen ist: in diesem besonderen Falle das Kollektiv der jüdischen Auswanderer nach Birobidschan, der künftigen "Republik der werktätigen Juden". Und es ist sogar ein psychologischer Roman. Die einzelnen auf den Plan gerückten Typen haben die Bedeutung der hemmenden und fördernden Elemente innerhalb des ideologischen Prozesses, den diese Massenseele, ein Produkt der durch Jahrhunderte wirkenden Sonderbedingungen, im inneren Kampf um neue Wege zur sozialen und nationalen Befreiung durchmacht: es ist spannend, dieses Wunder mitzuerleben, wie kleinstädtische Sodawasserverkäufer und Hausierer sich zu Bauern wandeln. Der Autor selbst - ein jüdischer Sostschenko - wählte für sich die Rolle des aufmerksam registrierenden, selbstkritischen Bewusstseins in dieser Massenseele.Und diesem Selbstkritizismus, der ausgeprägtesten Eigenheit des "jüdischen Charakters", hat sich auch der Übersetzer angepasst. Es sei daher vorweg gesagt und betont, dass die im Fortgang der Schilderung sich notwendig ergebenden, scheinbar "jüdelnden" sprachlichen Freiheiten bedingt sind durch die Absicht des Autors, dem es in diesem Buch gelang, den kulturellen Gärungsprozess im ostjüdischen Proletariat leidenschaftlich, aber trotzdem realistisch zu gestalten. Dieses nicht zu berücksichtigen, hieße, die Grundstimmung des Buches verfälschen.